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Interview: AGRYPNIE über "Metamorphosis", Natur, Literatur, Traurigkeit & vieles mehr




Für Torsten Hirsch und AGRYPNIE passt der neue Albumtitel "Metamorphosis" grad wahrlich wie die Faust aufs Auge, denn es gibt dieses Mal nicht nur eine Neuerung, sondern gleich einige. Zum ersten Mal ist mit Flo von THEOTOXIN als neuer Schlagzeuger mit von der Partie. Es wurde das erste Mal ein offizielles Video gedreht. Außerdem wurde das neue Werk erstmals über das Label AOP Records veröffentlicht. Und auch der Sound klingt bestimmter und energischer und ist teilweise brachialer als auf den Vorgängeralben und zugleich findet man aber das erste Mal auch "nicht" metallische Stücke darunter. Mit "Metamorphosis" ist ihnen ein Album gelungen, dass den Charterfolg, der sich schon nach wenigen Tagen nach Release zeigte, mehr als nur verdient hat.

Obwohl es in den letzten Wochen für Torsten, den Unhold, oder sollten wir ab jetzt vielleicht besser sagen "den Gehörnten", mehr als nur turbulent und aufregend herging, und er nicht nur mit Problemen wie einem Wasserschaden in der Bude und einer Augenentzündung zu kämpfen hatte, fand er trotzdem die Zeit, dass ich ihm einige Fragen stellen konnte...

J.D.W.E.: Legen wir doch gleich mit dem neuen Album "Metamorphosis" los, das du zum ersten Mal mit einem neuen Drummer aufgenommen hast. Flo von Theotoxin ist nun an deiner Seite. Wie kam es zu dieser neuen Konstellation?

Torsten Hirsch: Flo kenne ich mittlerweile seit etwas mehr als drei Jahren. Wir habe uns bei einem gemeinsamen Gig kennengelernt und waren uns auf Anhieb sympathisch. Darüber hinaus war ich wirklich sehr von der Art und Weise beeindruckt, wie er Schlagzeug spielen kann. Über die Zeit sind wir uns immer wieder auf Konzerten über den Weg gelaufen und als ich dann einen neuen Schlagzeuger benötigt habe, war Flo die erste Person, die mir hierfür in den Sinn gekommen ist. Er hat bei meinem Anruf dann auch sofort zugesagt und einige Monate später ging es dann auch schon ins Studio, um die Drums für Metamorphosis aufzunehmen.

J.D.W.E.: Ihr arbeitet auch schon wieder an neuem Material, richtig?

Torsten Hirsch: Genau, mittlerweile waren wir bereits im Studio um das Schlagzeug für das Nachfolgealbum aufzunehmen und auch hier hat er wieder eine wirklich unfassbar gute Arbeit abgeliefert. Und trotz der sehr weiten Entfernung zwischen Wien und meiner Heimatstadt in Deutschland, sind wir über die Verbindung in der Band hinaus mittlerweile sehr gute Freunde geworden und haben täglich Kontakt zueinander.

J.D.W.E.: Möchtest du uns generell noch etwas über die tollen Gäste erzählen, die bei "Metamorphosis" mit von der Partie sind.

Torsten Hirsch: Ich bin wirklich extrem zufrieden damit, welche großartigen Vocals jeder einzelne Gastmusiker zum neuen Album beigetragen hat. Ich kenne alle persönlich (zum Teil auch schon seit vielen Jahren) und ich schätze sowohl die Persönlichkeiten per se, als auch die kreative Arbeit, die alle Sänger mit ihren eigenen Projekten und Bands schaffen und geschaffen haben. Diese Kombination ist die Basis, auf der ich mir die Gäste für meine Alben aussuche. Ich kann mir gegenwärtig nicht vorstellen, einen Gastmusiker ins Boot zu holen, den ich persönlich wirklich überhaupt nicht kenne. Für mich geht es also nicht nur um den musikalischen Aspekt, sondern auch um den menschlichen Faktor.

J.D.W.E.: Besonders spannend finde ich "3327" mit Steffen Bettenheimer um ein Highlight herauszupicken.

Torsten Hirsch: Zu Steffen: Ich habe ihn über Marc (Agrypnie Gitarrist, der vor kurzem leider die Band aus privaten Gründen a.k.a. familiärer Zuwachs verlassen hat) und dessen andere Band kennengelernt. Ich konnte seinem Gesang, der noch viel variabler ist, als auf "3327" hörbar (was bei diesem Song aber einfach nicht gepasst hätte), direkt etwas abgewinnen und er ist auch menschlich eine sehr coole und sympathische Socke. Ich habe ihn schon relativ früh auf einen Gastbeitrag angesprochen und von seiner Seite aus ging diese Idee auch sofort klar. Die Vocals wurden dann zusammen mit Marc in Marcs Studio aufgenommen, in dem auch die The Cold Room (die Band der beiden) Songs produziert werden.


J.D.W.E.: Warum findest du den Titel "Metamorphosis" genau passend für das Album? Wie bist du drauf gekommen?

Torsten Hirsch: Hinter den Titeln der Alben stecken immer sehr persönliche Aspekte und "Metamorphosis" macht da keine Ausnahme. Ehrlich gesagt wurde mir vor kurzem eine ähnliche Frage in einem anderen Interview gestellt und beim Beantworten sind mir plötzlich ganz andere Begebenheiten bewusst geworden, die ich vorher in ihrer Gänze nicht vor Augen hatte. Diese haben mir dann bewusst gemacht, dass die Wahl auch abseits meiner persönlichen Beweggründe nicht hätte besser gewählt sein können.

Mit Flo habe ich einen neuen, enorm talentierten und zuverlässigen Schlagzeuger an meiner Seite, mit dem ich mittlerweile auch eng befreundet bin. Aus meiner Sicht ist der Sound des Albums der brachialste Sound, den wir jemals hatten. Von den Schlagzeugaufnahmen abgesehen, sind alle anderen Aufnahmen zum ersten Mal in Eigenregie entstanden (alle anderen Arbeiten wie bspw. Reamping der Gitarren und des Basses, Mixing, Mastering etc. pp. sind trotzdem im Studio durchgeführt worden).

Die Um- und Auseinandersetzung mit dem Konzept hat mich dieses Mal auf einer Art und Weise (nämlich sowohl physisch als auch psychisch) gefordert, wie es vorher noch nie der Fall gewesen ist. Wir haben zum ersten Mal in der Geschichte von Agrypnie einen Wechsel bei der Plattenfirma vollzogen und bei AOP Records unterschrieben. Wir haben unseren allerersten eigenen Videoclip am Start und zu guter Letzt sei noch zu erwähnen, dass ich enorm viel Arbeit und Zeit darin investiert habe, zum ersten Mal zwei komplett orchestrale "nicht metallische" Stücke ("Wir Ertrunkenen" – Prolog und Epilog) zu komponieren, zu arrangieren zu mixen und zu mastern. Der Albumtitel kann nur wie die Faust aufs Auge passen (lacht).

J.D.W.E.: Für mich persönlich ist es bei diesem Album wirklich sehr schwer mich für ein oder zwei Lieblingssongs zu entscheiden. Aber wenn ich es müsste, dann würd ich "Am Ende der Welt – Teil 1" sicher zu meinen Favoriten zählen. Was hat dich zu diesem Lied inspiriert? Kannst du dich hier noch gut an den Entstehungsprozess erinnern?

Torsten Hirsch: Hinsichtlich der Entstehungsprozesse aus musikalischer Sicht, sprich das Schreiben von Songs, muss ich dich grundsätzlich enttäuschen. Ich setze mich einfach hin, nehme die Gitarre zur Hand, jamme bis was Anständiges dabei rauskommt und beginne dann damit, die Idee(n) aufzunehmen und auszuarbeiten. Das läuft immer nach dem gleichen Prinzip, unabhängig meiner jeweiligen Stimmung, der Tages- oder Nachtzeit oder sonstigen weiteren Faktoren. Das grundsätzliche Prozedere ist somit relativ unspektakulär würde ich mal behaupten und aus diesem Grund kann ich auch nicht wirklich viel über die Art und Weise erzählen, wie bei mir ein Song entsteht. Das ganze passiert in den allermeisten Fällen komplett aus dem Bauch heraus, ohne das ich irgendwas im Vorfeld im Kopf bereits konstruiere oder von Vorstellungen geleitet werde. Ich plane also kurz bevor ich die Gitarre in die Hand nehme nicht, dass es jetzt an der Zeit wäre, einen Song mit beispielsweise möglichst vielen Blastbeats zu schreiben. Wenn dann mal das ein oder andere Riff steht, merke ich grundsätzlich aber schon, in welche Richtung sich der Song entwickelt und in welcher Gefühlslage/welchen Gefühlslagen sich dieser bewegt. Dementsprechend arbeite ich dann weiter, ich bin also nicht komplett planlos bei meinen Songs am Werk (grinst).

Die Texte der beiden Teile handeln von der gleichen Thematik, einer sehr ereignisreichen und einschneidenden Zeit in meinem Leben. Wer mich privat kennt oder mich seit vielen Jahren über die sozialen Medien begleitet, wird sich eventuell bereits zusammengereimt haben, dass es sich bei den beiden Titeln um meine Zeit in Australien dreht. Ich habe dort ein Jahr meines Lebens verbracht und ich glaube ein Teil von mir hat diesen Kontinent nie wirklich verlassen. Ich habe in der Vergangenheit immer mal wieder darüber nachgedacht, Deutschland erneut den Rücken zu kehren und für immer nach Down Under zu gehen. Verschiedene Faktoren haben mich aber letzten Endes dagegen entscheiden lassen. Ich habe aber in unregelmäßigen Abständen kurzzeitig dieses unbestimmte und weit entfernte Gefühl, dass alles um mich herum irgendwie nicht die "richtige" Realität darstellt. Dann ist da dieser kurze Zweifel, ob dies alles die Wirklichkeit ist, oder ich nicht doch immer noch in Oz bin und lediglich endlich aufwachen muss.





J.D.W.E.: Ein Bild von dir, welches zum neuen Album schon öfter erschienen ist, ist die Aufnahme von dir, die dich im Schattenabbild mit einem Hirschgeweih zeigt. Ich musste bei diesem Bild zwar natürlich auch dran denken, dass du "Hirsch" im Nachnamen heißt, doch noch vor diesem Gedanken musste ich an den keltischen Gott Cernunnos denken. An "den Gehörten", den Gott der Natur, der Tiere und der Fruchtbarkeit. War das auch deine Intention?

Torsten Hirsch: War sie in der Tat, ja. Auch das Augenzwinkern bzw. die Verbindung zu meinem Nachnamen ist natürlich zweifelsfrei gegeben und auch gewollt, steht aber nicht im Vordergrund.

J.D.W.E.: Beschäftigst du dich viel mit den Kelten oder keltischen Gottheiten?

Torsten Hirsch: Nicht so häufig und nicht so im Detail, dass ich dies an dieser Stelle ruhigen Gewissens mit einem "Ja" beantworten könnte.

J.D.W.E.: Hast du zufällig auch die Netflix-Serie "Black Spot" gesehen? Auch dort spielt die Figur des Cernunnos eine ausschlaggebende Rolle und ich fand besonders die düstere Atmosphäre der Serie sehr beeindruckend.

Torsten Hirsch: Nein, die Serie sagt mir überhaupt nichts. Aber da ich Netfix habe und deiner Wortwahl als Empfehlung deute, werde ich wohl mal einen Blick riskieren (grinst).




J.D.W.E.: Schaust du dir gerne Filme oder Serien an?

Torsten Hirsch: Beides, ja.

J.D.W.E.: Wenn ja, welchen Film oder Serie den du in den letzten Wochen oder Monaten gesehen hast, könntest du uns empfehlen?

Torsten Hirsch: "Hell on Weels" ist die letzte Serie die ich komplett geschaut und wirklich sehr gefeiert habe. Vor einigen Tagen habe ich zum mittlerweile dritten Mal "St. Vincent" mit Bill Murray gesehen. Auch eine klare Empfehlung meinerseits.

J.D.W.E.: Zu "Verwüstung" hast du ein wirklich fesselndes Video inszeniert. Kannst du uns etwas über den Entstehungsprozess des Liedes erzählen?

Torsten Hirsch: Der Text basiert zum Teil auf eine ziemlich grauenhafte Geschichte, die ich am eigenen Leib erfahren habe und die ich höchstwahrscheinlich mein ganzes Leben lang nicht mehr losbekommen werde.

Manchmal habe ich beim Songwriting bereits relativ schnell und noch direkt beim Schreiben eines Songs eine Eingebung, worum es sich in konzeptioneller Hinsicht dabei drehen wird. Manchmal geschieht dieser aber auch erst, nachdem der Songs bereits komplett fertig geschrieben wurde. Grobe Bruchstücke zum Konzept bzw. zum Text haben bereits durch mein angedeutetes Erlebnis existiert. Als ich dann begonnen habe den Song zu schreiben, wurde mir relativ schnell bewusst, dass dieser davon handeln wird.

J.D.W.E.: Und wer ist für das Video verantwortlich?

Torsten Hirsch: Das Video hat Andreas J. Borsodi erstellt, der auch schon einige Videos für bspw. Harakiri for the Sky umgesetzt hat. Ich bin damals über das HFTS-Video "Funeral Dreams" auf ihn gekommen, weil mich dieses wirklich sehr angesprochen hat. Bei ihm sind die Texte Teil der Videos und somit richtig eingearbeitet, anstatt wie in anderen Lyricvideos gängig, einfach nur über die Videos gelegt. Sowas habe ich vorher noch nie gesehen und fand sowohl die Idee, als auch die jeweilige Umsetzung in seinen Videos genial.

Trotz 17 Jahren Bandgeschichte ohne ein einziges Musikvideo hielt sich die Erwartungshaltung in Grenzen. Ich habe mir viel mehr die ganze Zeit die Frage gestellt, wie ich denn adäquat reagieren könnte, sollte denn das Video am Ende so überhaupt nicht meinen Geschmack treffen. (lacht)

Obwohl ich mich mit Andreas einige Male bezüglich meiner Ideen und Vorstellungen ausgetauscht habe, wird man gegen Ende dann ja doch mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen, sprich einem abgedrehten Video gesetzt (grinst).

Aber ganz ehrlich... Als ich das Video zum ersten Mal gesehen habe, hatte ich einen ziemlichen Klos im Hals. Das Resultat hat mich wirklich umgehauen. Die Atmosphäre passt außerordentlich gut zum Song und Christoph (D. Bittenauer, der Schauspieler) hat einen wirklich phänomenalen Job abgeliefert. Zu Christoph kann ich an dieser Stelle dann noch eine kleine Anekdote zum Besten geben, die ich wirklich gerne erzähle (lacht).


J.D.W.E.: Oh ja, sehr gerne. Erzähl!

Torsten Hirsch: Andreas und ich standen bezüglich des Schauspielers in Abstimmung, da ich an der Entscheidung beteiligt sein wollte, welches Gesicht im Videoclip zu sehen sein wird. Wir sind von einigen potentiellen Kandidaten die Fotos zusammen durchgegangen und alle haben einen guten Eindruck hinterlassen.

Irgendwann hat Andreas dann den Satz "Es gäbe da noch einen Schauspieler, der ein kleines bisschen wie Michael Fassbender aussieht" rausgehauen. Da ich ein Fan von Fassbender bin und die Fotos von Christoph auch sehr ausdrucksstark wirkten, war meine Wahl damit getroffen. Und diese habe ich absolut nicht bereut!

J.D.W.E.: "Das Flüstern im Kopf ist deine einzige Wahrheit..." Die Thematik der "Depression" zieht sich wie ein Roter Faden durch das Werk. Wie viel persönlich Erlebtes steckt in diesem Album?

Torsten Hirsch: Wie in jedem Agrypnie-Album stecken auch in diesem sehr viele persönliche Erlebnisse. Ich persönlich sehe aber keinen roten Faden in den Songs bezüglich der Thematik "Depressionen". Ich kann mich an dieser Stelle aber wie so oft in Interviews nur wiederholen, dass es sehr wichtig für mich ist, dass sich die Menschen, die sich mit meinen Texten beschäftigen, ihre eigenen, persönlichen Schlüsse daraus ziehen. Wenn du hier also einen roten Faden zu dieser Thematik siehst, dann soll es so sein.





J.D.W.E.: Würdest Du Dich selbst eher als einen traurigen Menschen bezeichnen?

Torsten Hirsch: Nein, definitiv nicht. Dazu lache ich viel zu viel (wobei man natürlich auch Trauer mit Lachen überspielen kann), bin grundsätzlich zu zufrieden mit meinem eigenen Leben und wie hart ich daran und dafür gearbeitet habe und halte den Großteil meiner persönlichen Dämonen mittlerweile zu gut in Schach.

Ich bin allerdings oft nachdenklich und trage im Prinzip seitdem ich denken kann sowohl einen Weltschmerz, als auch eine innere Leere mit mir rum. Beides ist mal mehr, mal weniger präsent, aber wirklich los bekomme ich keins davon.

Ich habe aber über die Jahren gelernt, mit diesen "Zuständen" umzugehen und diese nicht mehr in dem Maße mein Leben beeinflussen zu lassen, wie es in der Vergangenheit manchmal der Fall gewesen ist. Außerdem ist beides mit großer Sicherheit ein Teil des musikalischen Motors, der mich stetig antreibt und nicht zur Ruhe kommen lässt (was sich im positiven Sinn auf die musikalische Kreativität und dem Drang, sich kreativ auszuleben bezieht). Und auch hinsichtlich meiner Persönlichkeitsentwicklung wäre ich heute sicherlich nicht der Mensch der ich bin, wenn diese Aspekte nicht Teil meines Lebens wären. Und da ich mich mittlerweile grundsätzlich mit meinem Charakter und meiner Persönlichkeit in Einklang stehe, soll offenbar alles so sein, wie es ist.

J.D.W.E.: Ich habe mitbekommen, dass du in deiner Freizeit sehr gerne liest. Welches Buch liest du aktuell und welches hast du zuletzt gelesen?

Torsten Hirsch: Zuletzt habe ich "Der Zyklop" von Jeff Strand gelesen. Sehr unterhaltsames Buch, trifft genau meinen Humor. Allerdings bin ich immer noch nicht sicher, ob ich mit dem Ende d’accord gehe oder nicht.

Gegenwärtig nehme ich mir aber keine Zeit zum lesen, weil ich diese für andere Dinge einplane.

J.D.W.E.: Wenn du dich entscheiden müsstest. Was sind deine drei absoluten Lieblingsbücher, die du jedem ans Herz legen würdest?

Torsten Hirsch: Eine Top Drei zu benennen fällt mir extrem schwer. Das Buch, dass ich zweifelsfrei am häufigsten gelesen habe und höchstwahrscheinlich mein Lieblingsbuch darstellt, dürfte "Der Golem und Dschinn" von Helene Wecker sein. Außerdem fällt mir an dieser Stelle gerade ein, dass ich unbedingt mal wieder "Der Schwarm" von Frank Schätzing lesen muss.

J.D.W.E.: Abseits der Literatur bist du auch ein wahrer Naturmensch. Hast du einen absoluten

Lieblingsplatz in der Natur für dich gefunden?

Torsten Hirsch: Es gibt sicherlich genug Leute, die weitaus mehr Zeit in der Natur verbringen als ich. Aber ich brauch schon ab und an diese Flucht ins Grüne oder ans Wasser, dass stimmt auf jeden Fall. Einige Aufnahmen aus dem neuen Artwork sind in einem meiner absoluten Lieblingsplätze entstanden. Der Ort ist ungefähr eine Stunde mit dem Auto von meiner Heimatstadt entfernt und ich bevorzuge es, relativ früh morgens dort hinzufahren, damit noch keine Wanderer und Spaziergänger unterwegs sind. Diese Schlucht hat für mich etwas magisches und ich komme dort innerlich immer zur Ruhe (vorausgesetzt, es sind keine nervtötenden Familien unterwegs) (lacht).

So klischeehaft das jetzt auch klingen mag, aber wenn ich dort früh morgens alleine unterwegs bin, fühle mich immer irgendwie beobachtet. Für mich ist in dieser Gegend etwas nicht greifbares und ich kann nicht behaupten, sowas schonmal bei einem anderen Platz gespürt zu haben. Auch nach zig Besuchen kann ich nach wie vor nicht deuten, warum sich nur dort immer wieder dieses Gefühl einstellt. Vielleicht baut sich dort aber auch nur einfach aus mir unerfindlichen Gründen meine oft vorhandene innere Rastlosigkeit auf, bevor diese dann endlich temporär versiegt und sich die innere Ruhe einstellt.

J.D.W.E.: Gehst du lieber alleine in der Natur oder in Wäldern spazieren oder genießt du solche Ausflüge lieber in Begleitung?

Torsten Hirsch: Das ist situationsabhängig. Es gibt Momente und Phasen in meinem Leben, in denen ich es bevorzuge, solche Ausflüge alleine zu unternehmen.

J.D.W.E.: Sind schon viele deiner Songs bei solchen Ausflügen entstanden? Zumindest gedanklich?

Torsten Hirsch: Ich habe bei solchen Ausflügen schon an Texten gearbeitet bzw. bin diese gedanklich weiter durchgegangen und habe mit Notizen dazu gemacht. Es soll ja Musiker geben, die haben plötzlich Melodien im Kopf, die sie dann zu Hause nur noch "runterspielen" und aufnehmen müssen. Zu dieser Kategorie Musiker gehöre ich unter keinen Umständen. Bei solchen Ausflügen entstehen als wenn überhaupt, "nur" Texte oder konzeptionelle Ideen.



J.D.W.E.: Freust du dich schon, wenn du das neue Album dann auch endlich live zum besten geben darfst?

Torsten Hirsch: Kannst du dir nicht vorstellen!


J.D.W.E.: Gibt es schon erste Pläne?

Torsten Hirsch: Ja, wir arbeiten an der ein oder anderen Geschichte.



J.D.W.E.: An dieser Stelle bedank ich mich sehr herzlich für deine Zeit.

Torsten Hirsch: Vielen Dank für das Interview und erneut ein Sorry meinerseits, dass sich die Beantwortung so lange gezogen hat.




Text: Manuela Ausserhofer

Fotos: synquadrat.com

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