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Interview mit DR. MARK BENECKE - Teil 1


DR. MARK BENECKE ist der Spezialist, wenn es um Forensik und Kriminalistik geht. Sein Tätigkeitsfeld ist dermaßen enorm, dass man es kaum schaffen wird ihn nur mit wenigen Sätzen zu beschreiben. Er engagiert sich seit der Pandemie auch verstärkt für die Covid-19-Aufklärung, ist seit Jahren Mitglied bei Die PARTEI, untersuchte als einer der wenig Auserwählten Adolf Hitlers Schädel, veröffentlicht spannende Bücher, rockt gern so manches Festival - sofern es die aktuellen Gegebenheiten zulassen - oder genießt auch gern mal einfach mit seiner bezaubernden "besseren Hälfte" Ines ein leckeres veganes Dinner. Täglich erhält er unzählige Nachrichten seiner Fans, die gemeinsam mit ihm so manch Rätsel aufklären wollen und was diesen Menschen vor allem auszeichnet: seine unvergleichliche und vor allem authentische Freundlichkeit und Sympathie, die ein jedes Treffen mit ihm zu etwas Besonderem machen. Gern erinner ich mich zurück als wir einen Tag nach dem großen RAMMSTEIN-Spektakel in Wien gemeinsam bei Kaffee und Kuchen (natürlich vegan!) saßen und Mark uns kleine Geschenke von der After-Show-Party überreichte, oder als wir mit ihm gemeinsam die Wiener Innenstadt bei Nacht unsicher machten und gemeinsam einfach mal so taten als wären wir eine neue Band, die grad ihr erstes Foto-Shooting absolviert. Es ist jedes Mal ein Volksfest diesen Menschen zu treffen und seinen Geschichten zu lauschen.


(Foto: Roman Kasperski)


Aber nun genug der langen Worte, jetzt lassen wir Dr. Mark Benecke zu Wort kommen, mit dem wir unter anderem über seine Kindheit, Covid-19, Comics und so manches mehr gesprochen haben.



(Foto: Roman Kasperski)


J.D.W.E.: Wenn du an deine Kindheit denkst, was war dein Lieblingsmärchen? Oder welche Serien/Filme haben dich als Kind fasziniert?

Dr. Mark Benecke: Oh, daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich glaube, mein Bruder und ich fanden "Wicki und die starken Männer" gut, ein Wikingerkind, das glaube ich immer gute Ideen hat, um anderen oder sich aus der Patsche zu helfen. Und "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Und "Die Biene Maja" — schon damals hat mich das Titellied — von Karel Gott — beeindruckt.

J.D.W.E.: Welchen Kinder-Film schaust du dir noch heute gerne an?

Dr. Mark Benecke: Keinen, ich schaue aber "Family Guy", "Marvel", "Bojack Horseman" und so — ist ja irgendwie auch kindlich.

J.D.W.E.: Wie hast du als Schüler am liebsten deine Sommerferien verbracht?

Dr. Mark Benecke: Wir sind oft mit den Katholik:innen nach Österreich gefahren, das war cool. Oder mit meinen Eltern ins Warme, nach Spanien. In Spanien gab es sehr gute Comics, überall, da habe ich Will Eisners "The Spirit" zum ersten mal in die Finger gekriegt, und "Phantom", eine hier nicht so bekannte Serie, die aber cool ist. Den Wikipedia-Text kannste kaum überbieten:

"Das Phantom lebt in einer Totenkopfhöhle im Dschungel unter Pygmäen. Der Superheld hilft der Dschungelpolizei, klärt international auf eigene Faust Ungerechtigkeiten und Verbrechen auf, hilft Privatleuten, die sich im Dschungel verirrt haben, verdreht (und wäscht) schönen Millionärstöchtern den Kopf und vieles mehr."

J.D.W.E.: Kannst du dich noch an den Moment erinnern, als du als Kind das erste Mal das Thema Tod wirklich verstanden und begriffen hast? Gab es da einen Schlüsselmoment?

Dr. Mark Benecke: Null, da gab's nix. Kein Gespräche, keine Erlebnisse, mein Opa ist einfach an einer normalen Krankheit gestorben, wir fanden es im Krankenhaus langweilig und haben "Die Spinne" gelesen. Er hat ganz cool seine letzten Mitteilungen an uns Jungs gemacht ("Junge, rudere weiter, das ist gut für Dich.") und ist dann gestorben. Alles friedlich.

J.D.W.E.: Du hast sicherlich schon unzählige Male davon erzählt, als du Hitlers Schädel untersucht hast. Gibt es noch einen weiteren Schädel einer Person, den du gern mal begutachten möchtest?

Dr. Mark Benecke: Freiwillige vor!

J.D.W.E.: Gibt es generell etwas, wo du sagst: DAS will ich einmal in meiner Lebzeit noch erforschen/erkunden?

Dr. Mark Benecke: Na klar: Den nächsten Fall.

J.D.W.E.: Dir schicken so viele Leute Bilder mit Fragen und „Rätseln“. Ich finde es faszinierend zu lesen, wie heiß da manchmal diskutiert wird. Hast du persönlich ein Lieblingsinsekt?

Dr. Mark Benecke: Ich bin Pate der Markus"fliege" (eigentlich ein Mücke) im Naturkundemuseum (MfN) in Berlin, aber ich mag alle Tiere, auch die, von denen ich nix verstehe. Ich kann zum Beispiel Nachtigallen und Rotkehlchen nicht am Gesang auseinander halten und blamiere mich entsprechend — egal, ich hab' sie alle lieb.


(Infos zur angesprochenen Markus-Fliege findest Du hier.)


J.D.W.E.: Kommen wir zu einem Thema, an welchem man nach so vielen Monaten immer noch nicht drum herum kommt. Covid-19. In vielen Ländern weiten sich die Öffnungsschritte grad enorm aus. Wie siehst Du diese Entwicklung und was würdest Du für den kommenden Winter prognostizieren?

Dr. Mark Benecke: Im Herbst sind die Menschen in den reichen Ländern ja halbwegs "durchgeimpft". Sollte also dort dann enden.

J.D.W.E.: Du hast dich selber bereits impfen lassen. Warst du dir von Anfang an sicher, dass du dich impfen lässt oder hattest du auch mal Zweifel?

Dr. Mark Benecke: Ich bin gegen alles geimpft, was nicht bei drei auf dem Baum ist (echt) — Impfungen sind eine der besten Erfindungen ever.


(Post von Dr. Mark Benecke zu diesem Thema findest du hier.)

J.D.W.E.: Was würdest du allem Impfgegnern gern sagen?

Dr. Mark Benecke: Hängt von deren Fragen ab, siehe hier. Jede:n interessiert ja was anderes.

J.D.W.E.: Der Virus hat sehr viele Einschränkungen für uns alle gebracht. Doch es gibt auch einige Menschen, die dem Ganzen ein paar positive Veränderungen entnehmen wie z.B: schätzen es manche Leute sehr, dass sie nun nicht mehr zerquetscht oder angerempelt in der U-Bahn werden oder dass man zum Beispiel auch den Urlaub im eigenen Land wieder zu schätzen wusste. Hast auch du einen solchen Moment erlebt?

Dr. Mark Benecke: Klar, die ganzen Video-Konferenzen sind ein Traum. Unsere nächste Tagung der Fliegenkundler:innen ist im glühenden Sommer in der Wüste in Nevada — nein danke, aus jedem nur denkbaren Grund.

J.D.W.E.: Und was war für dich persönlich das Allerschlimmste an dieser Epidemie?

Dr. Mark Benecke: Nix, ich bin immer neugierig, was passiert. Ich fand die Pandemie nicht so wild. Unsere Welt verbrennt gerade, wir haben noch neun Jahre, um klimaneutral zu werden, danach ist erstmal nix mehr zu machen. Finde ich etwas "größer" als Corona...


(Weiterführende Infos gibt es hier.)

J.D.W.E.: Aber nun genug von diesem Thema und kommen wir zu etwas ganz anderem. Momentan läuft die Fußball-EM im Fernsehen. Interessiert dich dieses Thema oder bist du gar kein Fußball-Fan?

Dr. Mark Benecke: Habe ich nicht mitgekriegt. Außer, dass ein paar Nachbarn geschrien haben, aber ich vermute, weil "wir" schlecht gespielt haben.

J.D.W.E.: Welchen Film hast Du Dir zuletzt angesehen und wie hat er Dir gefallen?

Dr. Mark Benecke: Kinofilme? Tatsächlich "Dust Devil", einen meiner Lieblings-Filme. Ich finde ihn gut, überlege aber noch, ob der "ultrafinale" Director's Cut besser ist als die Kino-Fassung. Muss ich wohl noch mal gucken, harrharr.

J.D.W.E.: Und welches Album?

Dr. Mark Benecke: "Division Bell" von Pink Floyd. Allerdings höre ich im Hintergrund seit fünfzehn Monaten britischen Swing aus den 1930ern, das war also eine Ausnahme.

J.D.W.E.: Auch mit den Konzerten scheint es nun endlich wieder loszugehen. Von welcher Band möchtest Du gern wieder mal ein Konzert besuchen?

Dr. Mark Benecke: Ich hab' uns einfach mal auf gut Glück Karten für die "The Rocky Horror Picture Show" gebucht. Das Orchester spielt ja live, so gesehen...

J.D.W.E.: Du lebst schon länger vegan. Gibt es dennoch ein Obst oder Gemüse, dass du absolut nicht ausstehen kannst?

Dr. Mark Benecke: Haha, anders als Evanna Lynch (Luna Lovegood, ab ca. Minute 27:15) lieeeeeeebe ich Tomaten. Auberginen sind nicht so lecker, wenn sie mit Fett voll gesaugt sind, die mag ich lieber als Paste. Obst esse ich nicht, außer ganz selten mal ein oder zwei Kirschen oder Heidelbeeren zum Schmarrn oder bisschen Marmelade oder einmal im Jahr 'ne gewürfelte Banane. Bin im Kern (Wortspiel!) Obst-Gegner, das könnte an meiner Fructose-Unverträglichkeit liegen.


J.D.W.E.: Ich bedanke mich für dieses Interview & sag einfach an dieser Stelle: Bis zum nächsten Mal und alles Liebe!



Text & Interviewfragen: Manuela Ausserhofer

Fotos: Roman Kasperski

jede Menge weitere Infos zu Dr. Mark Benecke findest Du auf seiner Homepage




(Foto: Roman Kasperski)

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