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Interview: THE SPIRIT über "Of Clarity And Galactic Structures", den Kosmos, Außerirdische & mehr




Am 29.04.2022 ist es nun endlich so weit und das dritte Studioalbum von THE SPIRIT erscheint via AOP Records. "Of Clarity And Galactic Structures" bringt eine spürbare Weiterentwicklung mit sich. Das Duo bestehend aus Matthias Trautes (Gesang, Gitarre, Bass) und Manuel Steitz (Schlagzeug) stellt zwar erneut deutlich unter Beweis, dass ihre Wurzeln im Black/Death-Metal-Bereich liegen, doch erlauben sie nun immer mehr neuen Elementen einen Platz bei ihnen zu finden. Wir haben mit Mastermind Matthias Trautes gesprochen. Über das neue Album, den Songwriting-Prozess, ihre Live-Pläne, ferne Galaxien, außerirdisches Leben & vieles mehr...




J.D.W.E.: Hallo Matthias! Fangen wir doch gemütlich an. Wie geht es dir und wie war dein Tag bis jetzt?

Matthias Trautes: Soweit ganz gut.

J.D.W.E.: Ich hab gelesen, dass ihr rund ein Jahr am neuen Album "Of Clarity And Galactic Structures" gearbeitet habt. Könnt ihr mir etwas über die Produktion erzählen?

Matthias Trautes: Genau, vom Beginn des Songwritings bis zum letzten Tag im Studio war es etwas mehr als ein Jahr. Der Ablauf war ähnlich wie bei den Vorgängern auch schon. Ich schreibe die Songs allein zu Hause, wo ich Zeit und vor allem Ruhe habe. Sobald ein Track fertig ist, treffe ich mich mit Manuel im Proberaum und wir arbeiten zusammen das Schlagzeug aus.

Die Aufnahmen fanden dann in den gleichen Studios wie auch schon bei "Cosmic Terror" statt. Never change a running system.

J.D.W.E.: Wie entsteht bei euch generell ein Song? Was ist als erstes da: der Text oder die Melodie?

Matthias Trautes: Die Texte kommen immer erst ganz zum Schluss, und zwar alle. Ich muss erst die komplette Musik für ein Album fertig haben, bevor ich meinen Fokus auf die Lyrics setzen kann. Grundideen bezüglich der Thematik habe ich zwar oftmals schon vorher und auch Gesangslinien habe ich bereits grob im Kopf, wenn ich an den Gitarren arbeite, Stift und Papier kommen dann aber immer erst kurz vor den Studioaufnahmen zum Einsatz.

J.D.W.E.: Sämtliche Texte auf dem neuen Album sind auf Englisch. Ist das eine bewusste Entscheidung eurerseits gewesen? Habt ihr schon mal mit dem Gedanken geliebäugelt einen deutschen Song aufzunehmen?

Matthias Trautes: Nein, und das wird es bestimmt auch nie geben. Es gibt im Metal-Bereich auch kaum Bands, bei denen es meiner Meinung nach gut klingt, wenn diese auf Deutsch singen. Rammstein ist da bestimmt eine Ausnahme. Englisch klingt auch in dem musikalischen Zusammenhang einfach besser. Oder vielleicht empfinde ich das auch einfach nur so, weil man damit eben aufgewachsen ist, dass 99% aller Bands auf Englisch singen. Das trifft aber auch auf andere Sprachen zu. Die letzte Opeth-Veröffentlichung zum Beispiel habe ich mir immer nur in der englischen Version angehört. Die Schwedische kann ich mir nicht geben.

J.D.W.E.: Einer meiner absoluten Lieblingssongs des Albums ist "Celestial Fire". Vor allem die Drums sind hier wahrhaft der Burner und mehr als nur beeindruckend. Könnt ihr mir mehr über die Entstehung dieses Liedes erzählen?

Matthias Trautes: Nachdem die Songs, welche ich in den Monaten davor für das Album geschrieben hatte, etwas progressiver ausgefallen sind, sagte ich mir als ich mit besagtem Song anfing: "Lass mal einen Hit schreiben" (was auch immer ein Hit in dieser Musikrichtung sein kann). Kurz und knapp, eingängiger Refrain und hohe Ohrwurm-Eigenschaften.

J.D.W.E.: Vor wenigen Tagen habt ihr zu "Celestial Fire" auch ein bombastisches Video veröffentlicht. Könnt ihr mir bitte etwas über die Produktion des Videos erzählen? Wie ist die Idee dazu entstanden?

Matthias Trautes: Die Ideen beziehungsweise die Bilder für das Video haben die Lyrics geliefert. Zuerst war die Überlegung für zwei Songs jeweils ein Video zu machen, wir haben uns dann aber entschieden lieber nur ein Video zu machen und das dann richtig fett. Fett natürlich in dem Rahmen, wie es für eine Underground-Band, wie uns eben möglich ist. Wir haben wieder mit Grupa13 für die Videoproduktion zusammengearbeitet. Das sind Profis und daher weiß man, dass man am Ende ein ordentliches Produkt erhält.



J.D.W.E.: Gibt es einen Song vom neuen Album, der euch persönlich besonders viel bedeutet? Und wenn ja, warum?

Matthias Trautes: Das trifft für mich auf jeden Song zu. Sollte das bei einem Song nicht der Fall sein, dann wäre dieser auch nicht auf dem Album gelandet. Was ich dir aber sagen kann, dass ich mich darauf freue "Timbre of Infinity" live zu spielen zu spielen. Die Vocal-Lines und die Riffs machen super Spaß, auch wenn der Song nicht der Einfachste ist. Es wird auch spannend "Laniakea" live zu spielen, aus dem einfachen Grund, da es etwas anderes ist, was wir sonst machen.

J.D.W.E.: Am 16. April 2022 spielt ihr eure allererste Show in Irland. Seid ihr schon sehr aufgeregt? Was überwiegt momentan: Die Vorfreude oder die Nervosität?

Matthias Trautes: Wir sind einen Monat vor einer Show mit Sicherheit nicht nervös. Wenn das der Fall wäre, sollten wir vielleicht etwas anderes machen bzw. generell keine Konzerte mehr spielen, da dies alles andere als gut für die mentale Gesundheit wäre. Persönlich bin ich immer ca. 1 Stunde von einem Konzert etwas angespannt. Das ist aber völlig in Ordnung und auch wichtig. So bleibe ich vor und während einer Show konzentriert und fokussiert. Das hilft Fehler zu vermeiden und ein gutes Konzert zu spielen. Von daher überwiegt natürlich die Vorfreude ab April endlich wieder Konzerte zu spielen.

J.D.W.E.: Hoffen wir nun einfach mal, dass die Zeit der Pandemie nun am ausklingen ist. Plant ihr noch weitere Live-Auftritte oder vielleicht gar eine eigene Tour zum neuen Album?

Matthias Trautes: Wir hatten eigentlich für April zum Release der neuen Scheibe eine Europatour fix, welche aber wie bei vielen anderen Bands auch leider auf 2023 verschoben werden musste. In den nächsten Wochen stehen erstmal einige Festivals an. Im April und Mai werden wir mehr Shows spielen als in den letzten zwei Jahren zusammen, haha. Eigentlich ziemlich traurig und sehr frustrierend. Aber hoffen wir mal, dass es jetzt endlich wieder besser wird.

J.D.W.E.: Könnt ihr euch noch an den Moment erinnern, als ihr eure Band "The Spirit" getauft habt? Warum ist die Wahl genau auf diesen Bandnamen gefallen? Gab es noch weitere Ideen?

Matthias Trautes: Ein Bandname ist an sich doch eigentlich nebensächlich. Es kommt immer darauf an zu was er wird, wenn die Band dahinter gute Musik schreibt. Außerdem war "Queens of the Stone Age" schon vergeben. Deshalb musste "The Spirit" herhalten.

J.D.W.E.: Apropos "Spirit"... Was gibt euch persönlich am meisten Kraft und Energie?

Matthias Trautes: 8 Stunden Schlaf

J.D.W.E.: Der Kosmos und das Universum spielt bei euch immer eine große Rolle. Seit wann üben die fernen Galaxien für euch eine solche Faszination aus?

Matthias Trautes: Ich bin schon seit ich ein Kind war von dem Thema total fasziniert und wollte später eigentlich in der Richtung auch ein Studium beginnen. Mit 18 Jahren aber den ganzen Tag damit zu verbringen für die nächste Prüfung zu lernen war damals dann doch nicht wirklich attraktiv für mich und so wurde nie etwas aus dem Studium. Ich beschäftige mich aber immer noch fast täglich mit den Themen Astronomie und Kosmologie. Das wird nie langweilig, da wöchentlich neue Entdeckungen gemacht werden und es so unendlich viele Geheimnisse da draußen zu entschlüsseln gibt.

J.D.W.E.: Wenn ihr die Möglichkeit hättet auf den Mond zu fliegen, würdet ihr es machen?

Matthias Trautes: Ich würde lieber einige andere Menschen auf den Mond schießen, oder noch besser in die Sonne. Dann hätten die Übrigen hier eine bessere Welt.

J.D.W.E.: Glaubt ihr an außerirdisches Leben? Und wenn ja, in welcher Form?

Matthias Trautes: Das hat weniger mit Glauben zu tun, sondern mehr mit gesundem Menschenverstand. Das ist, als würde man in einem Glas mitten im Pazifik dahintreiben, nur den leeren Inhalt des Glases kennen und nichts dahinter und dann behaupten, es gibt generell kein Leben im Ozean. Und der vergleich passt eigentlich schon nicht, da die Maßstäbe des Universums viel gigantischer sind.




J.D.W.E.: Welche Bands und Künstler haben euch in euren Teenager-Jahren am meisten fasziniert?

Matthias Trautes: Zum einen wohl Guns`N´Roses. Abgesehen von der großartigen Musik, hatte das ganze Sex, Drugs and Rock’n‘Roll-Ding damals auf das Teenager-Ich eine große Faszination ausgeübt. Damals waren Rock-Stars noch gefährlich und interessant. Leider ist das heute nicht mehr der Fall und Hip Hopper haben diesen Part in der Musiklandschaft merkwürdigerweise übernommen.

Zum anderen muss ich Deep Purple erwähnen. Ritchie Blackmoore war damals für mich der Anlass mit dem Gitarre spielen anzufangen.

J.D.W.E.: Und welche Bands hört ihr heute noch am liebsten?

Matthias Trautes: Es ist nicht so, dass ich an aktueller Musik generell nicht interessiert bin. Die Qualität von Musik insgesamt, ist aber leider in den letzten 10 – 15 Jahren drastisch zurückgegangen. Daher ist der Großteil an Musik, welche ich heutzutage höre, aus den 70s, 80s und 90s.

J.D.W.E.: Wie werden die nächsten Wochen und Monate bei euch aussehen? Habt ihr noch bestimmte Pläne, von denen ihr online noch nichts preis gegeben habt?

Matthias Trautes: Der Plan ist schnellstmöglich wieder Gas geben und Live spielen. Touren sind in Planung und wir hoffen, dass die momentane Situation bzw. unsere ahnungslosen Politiker uns und allen anderen in der Musik- und Eventbranche nicht bald schon wieder einen Strich durch die Rechnung machen.

J.D.W.E.: Ich bedanke mich an dieser Stelle vielmals für eure Antworten, eure Zeit und das tolle neue Album!

Matthias Trautes: Vielen Dank für das Interview und deine Zeit. Wir sehen euch hoffentlich sehr bald wieder auf Konzerten und Festivals.


Interview: Manuela Ausserhofer


HIER geht es zur kürzlich veröffentlichten Newsmeldung zu THE SPIRIT.

& in Kürze findest Du hier auf J.D.W.E. auch eine ausführliche Review zu "Of Clarity And Galactic Structures".

Line-up:

Matthias Trautes - Gesang, Gitarre, Bass

Manuel Steitz - Schlagzeug

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