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Review: "Piggy" (Film)



Wie schafft man es heutzutage aus der enormen Flut an Neuveröffentlichungen herauszustechen? Man nehme eine ordentliche Prise Emotion, vermengt sie mit jeder Menge Spannung und Brutalität und als I-Tüpfelchen obendrauf gibt es noch jede Menge dramatische Elemente, die vielen von uns sicherlich bekannt sein werden.


Über Pierrot le Fou erschien Anfang Dezember 2022 das Horror-Drama „Piggy“, das bereits mit seinem Cover die Aufmerksamkeit erregt. Geboten wird ein Horror-Schocker, der sich vor allem auch der Thematik des Bodyshamings bedient und am Ende ordentlich zum Nachdenken anregt. Doch worum geht es?


Sara, das unterdrückte Opfer


Die Teenagerin Sara lebt in Spanien. Im Gegensatz zu ihren Mitschülerinnen, die den Sommer genießen, Unfug im Schwimmbad treiben oder einfach nur mit ihren männlichen Kollegen auf Mopeds durch die Gegend düsen, ist diese Jahreszeit für Sara eine noch viel größere Qual als für andere. Sara ist stark übergewichtig. Sie arbeitet neben der Schule in der Metzgerei ihrer Eltern, von denen sie auch kaum Verständnis für ihr Elend erfährt. Das ist natürlich das gefundene Fressen für ihre Mitschüler um noch mehr auf dem – wie sie sie nennen – „Schweinchen“ herumzuhacken. Sie wird im Internet bloßgestellt und Saras Welt scheint daran immer mehr zu zerbrechen. Sie wünscht sich Freundschaften, sie sehnt sich nach einer großen Liebe, doch all das scheint weit von ihr entfernt zu sein.


Der Tag, der alles verändert


Sara liebt es zu schwimmen, doch traut sich kaum ins Schwimmbad zu gehen und ihren unförmigen Körper zu zeigen. Deshalb sucht sie das Schwimmbad meist spät am Nachmittag auf, wenn kaum jemand anders mehr dort aufzufinden ist. So auch an jenem Tag, an dem außer ihr niemand dort zu sehen ist – außer einem jungen Mann, der wohl neu in der Stadt zu sein scheint. Doch dann tauchen die drei Mitschülerinnen von Sara auf, die es besonders auf sie abgesehen haben. Sie machen sie erst nur mit Worten fertig, beleidigen sie auf übelste. Anschließend versuchen sie sie beinah zu ertränken. Was für die drei Mädchen einfach nur Spaß ist, ist für Sara ein reines Martyrium. Aber wie wenn das alles noch nicht genug gewesen wäre, stehlen sie ihr auch noch ihre Klamotten und ihr Handtuch und Sarah muss mit ihrem Bikini bekleidet, innerlich komplett zerstört den Heimweg antreten. Das Ganze wird von dem zuvor erwähnten unbekannten Mann beobachtet. Als Sara einen Weg durch ein Waldstück wählt, sieht sie plötzlich das weiße Auto dieses Mannes. Sie bekommt es mit der Angst zu tun. Doch es wird noch schlimmer, als sie erkennt, dass die drei Mädchen blutverschmirrt in diesem Auto gefangen sind. Zu Beginn hat sie Angst, dass der Unbekannte es auch auf sie abgesehen hat, doch als er die Fahrertür öffnet, ihr einen mitfühlenden Blick und auch noch ein Badetuch zuwirft, erkennt sie wortlos, dass ihr hier keine Gefahr droht. Der Mann will ihr auf sonderbare Art und Weise helfen.


Gefangen zwischen den Emotionen


Am nächsten Tag wird die Leiche des Bademeisters gefunden und die Bardame des Schwimmbades ist plötzlich verschwunden. Im Laufe des Tages stellt man auch fest, dass die drei Mädchen nicht nach Hause gekommen sind. Sara belügt die Polizei und sagt ihnen, dass sie nicht im Schwimmbad, sondern am Fluss gewesen sei. Sie hat Angst, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt. Sie ist hin und her gerissen. Soll sie den Mund aufmachen und den Mädchen helfen? Oder soll sie sie leiden lassen, genauso wie sie es mit ihr gemacht haben?


Fazit:


„Piggy“ ist kein klassischer Horror-Film, sondern vielmehr ein Horror-Drama aus Spanien von Carlota Perada, das zeigt, was mit Menschen passieren kann, die ihre emotionalen Grenzen überschreiten. Der Film zeigt, zu was eine gebrochene Seele imstande ist. Der Film berührt vielmehr, als dass er einen wirklich schockt. Besonders das furiose Ende hat es in sich. Sollte man auf jeden Fall gesehen haben.

Manuela Ausserhofer

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