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Review: "Metal Lords" (Film, Netflix)




Dass das Konzept einer Metal-Komödie mehr als nur funktionieren kann, bewiesen uns in den letzten Jahren Filme wie die finnische Komödie "Heavy Trip" oder die französische Produktion "Happy Metal". Nicht zu vergessen auch die abgefahrene Metal-Horror-Komödie "Deathgasm". Umso gespannter waren wir auf "Metal Lords", der schon einige Wochen zuvor als erste Netflix-Produktion in diesem Genre-Bereich angekündigt wurde. Schon der Trailer ließ vermuten, dass hier eher die jüngere Metal-Generation angesprochen wird. Jedoch haben auch wir viele Momente in dem Film gefunden, die uns begeistert und angesprochen haben und somit entpuppte sich "Metal Lords" letztendlich als anregende Coming-Of-Age-Metal-Komödie, die Jung und Alt zu begeistern weiß. Besonders das grandiose Finale hat es in sich! Geschrieben wurde die Komödie übrigens von D. B. Weiss, der vielen sicherlich von "Game of Thrones" bereits ein Begriff sein dürfte.

Aber von vorne... Worum geht es?

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Schüler Kevin (Jaeden Martell) und Hunter (Adrian Greensmith). Hunter liebt Metal-Musik und Kevin findet auch immer mehr Gefallen an dieser musikalischen Spielart. Die beiden gründen eine Band namens "Skullfucker" und setzen sich das Ziel gemeinsam beim "Battle of the Bands" - einem Schulwettbewerb – aufzutreten. Doch das klingt einfacher als es am Ende ist, denn als Zwei-Mann-Band wollen die beiden nicht auf der Bühne stehen. Es fehlt ein Bassist und die Suche nach der perfekten Ergänzung ist schwieriger als erwartet. Hunter setzt dabei große Ansprüche. Die dritte Person in der Runde muss nicht nur musikalisch was auf dem Kasten haben, sondern auch optisch in ihr Gefüge passen. Somit wollen sie sich endlich gegenüber ihren Mitschülern Respekt erspielen, denn von den meisten werden sie nur kleinlaut belächelt.

Die Probleme eines Teenagers...

Aber nicht nur die Suche nach dem Dritten in der Runde erweist sich als problematisch. Kevin, für den die Metal-Szene noch spürbar neu ist und der eigentlich in einer Marschkapelle die Trommel bedient, muss erst einmal am Schlagzeug üben, sich neue Songs einverleiben und seine Marschkapellen-Talente in eine andere Richtung katapultieren. Das gelingt ihm jedoch besser als erwartet und Kevin taucht auch immer tiefer in der Szene ein. Hunter versucht als Gitarrist das Zepter in die Hand zu nehmen. Alles soll nach seinem Plan laufen und sein Verhalten gegenüber "untruen" Metallern wirkt ziemlich arrogant und abgehoben. Im Laufe des Films werden dabei jede Menge verschiedene Punkte neben der Musik angesprochen. Man findet heraus, dass Hunters Verhalten darauf zurückzuführen ist, dass er die Trennung seiner Eltern niemals komplett verkraftet hat. Auch gegenüber seinen Mitschülern lässt er diese Konflikte aufleuchten und er eckt gerne mal an, was ihn einmal soweit führt, dass ihm selbst ein Teil seiner Haarpracht abgeschnitten wird, die er schlussendlich versucht mit einem Sidecut zu kaschieren.

Die erste Liebe...

Für Kevin ist es auf vielerlei Hinsicht eine turbulente und aufregende Zeit. Nicht nur sein Arrangement als Schlagzeuger in der ersten eigenen Band, nein, auch seine Hingabe zur schüchternen Schulkollegin Emily (Isis Hainsworth) steht bei ihm im Vordergrund. Es ist schnell offensichtlich, dass die beiden eine Zuneigung zueinander hegen und beide scheinen auch auf mehreren Ebenen zu harmonieren. Auch Emily ist musikalisch talentiert und engagiert und ist eine wahre Koriphäe am Cello. Hunter hat für Kevin eine Liste an Songs vorbereitet, die er lernen soll, darunter viele Metal-Klassiker von Bands wie Metallica oder Slayer. Kevin fertigt eine zweite Version der Liste an und lässt sie Emily zukommen, die nun auch zum ersten Mal versucht ihrem Instrument härtere und metallisch anmutende Klänge herauszulocken. Und das gelingt besser als vermutet. Emily hat wahres Talent und würde mit ihren Cello-Klängen eine ganz besondere Note zur Band beisteuern. Doch Hunter gefällt die Idee keineswegs. Emily passt auch rein optisch nicht in ihr Bandgefüge. So ist zumindest die anfängliche Meinung des wenig offenen Hunters, der erst noch überzeugt werden muss...

Die Suche nach Anerkennung

"Metal Lords" ist eine seichte, jedoch sehr unterhaltsame Teen-Metal-Komödie, die sehr viele Themen streift, jedoch dabei meistens nicht allzu tief greift, was der Unterhaltung aber keinen Abbruch tut. Neben der Problematik der Bandkonstellation stehen auch Themen wie Schwierigkeiten in der Familie, die erste Liebe, sowie das dazugehörende erste Mal, Mopping in der Schule oder auch Intoleranz im Blickpunkt. Wohin gehört man? Wo wird einem der Weg nach der Schule hinführen? Ist die Musik nur eine kurze Phase oder der Anfang von etwas Großem? Jeder kennt sie doch, diese Fragen, die man sich zu Schulzeiten sicher auch selber mal gefragt hat. Dabei nimmt sich der Film selber nicht zu ernst und genau das macht ihn so sympathisch.

Unser Fazit:

"Metal Lords" hat alles was man für einen gelungenen Filme-Abend braucht. Jede Menge Comedy, ein bisschen Teenager-Drama, etwas Spannung und Liebe und vor allem ein Finale, das mehr als nur überzeugen konnte und Gänsehaut beschert. Uns hat der Streifen auf jeden Fall gefallen!

Review: Manuela Ausserhofer

Hier findest Du abschließend noch den Trailer:




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