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Review: "Horizon Forbidden West" (Game, PS4)



Im Februar 2022 erschien "Horizon Forbidden West", die Fortsetzung von Aloys Reise nach dem beeindruckenden ersten Teil "Horizon Zero Dawn", auf das nicht nur wir, sondern unzählige Gamer-Herzen nur sehnsüchtig gewartet haben. Wir nutzten unsere Zeit der gezwungenen Quarantäne, um uns genauer mit dem Spiel zu beschäftigen:



Wir können uns an Aloys erstes Abenteuer in "Horizon Zero Dawn" noch so gut erinnern, als wenn keine fünf Jahre dazwischen vergangen wären und doch sind seit dem ersten Teil, welcher 2017 erschien und das Genre des Action-RGPs nicht nur in neue Sphären katapultierte, einige Jahre verstrichen. Einige Jahre, die den Entwicklern des Rollenspiels genügend Zeit ließen, um nach dem erfolgreichen Erstling einen noch gereifteren und bis in kleinste Detail perfekt inszenierten zweiten Teil zu erschaffen, der nicht nur alle Highlights des Anfangs weiterführt, sondern sie gekonnt erweitert und verbessert hat. Vor allem auch die grandiose Grafik muss erwähnt werden, denn hier wird ein kinoreifes Erlebnis präsentiert, bei dem man gerne davon absieht manche Sequenzen weiterzuspulen, denn die inszenierten Bilder sind bombastisch und stechen direkt bei den ersten Szenen des Spiels heraus. Schon zu Beginn dieser Review können wir festhalten, dass "Horizon Forbidden West" alles hat, was ein rundum gelungenes Spielerlebnis ausmacht! Jedoch würden wir davon abraten, den zweiten Teil zu spielen ohne zuvor auch den ersten Teil erlebt zu haben. Natürlich ist es möglich, aber um die Story besser zu verstehen, ist es auf jeden Fall von Vorteil, wenn man die Nora-Kriegerin Aloy bereits bei ihrer ersten Reise begleitet hat.


Worum geht es inhaltlich?

Es steht eine große Frage im Raum: Wie ist unsere Welt entstanden? Die Alten sind vor tausenden Jahren gestorben. Das Leben wurde nur durch ein technisches Wunder gerettet. Die Erde wird bewohnt und geschützt durch Maschinen. Im ersten Teil wurde Aloy im Kampf um Meridian zur Heldin. Das Backup GAIA kümmert sich um die Welt und schuf auch Aloy. Sie war der erste Mensch, der von einer Maschine geschaffen wurde. Nun steht ein neues Problem vor der Tür: Das Land und die Lebenwesen sterben, Menschen verhungern. Ein Virus hat die Welt im Griff. Die Plage vergiftet nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere. Ein Terraforming-System ist außer Kontrolle geraten und nur Aloy kann es reparieren und nur Aloy kann die Welt erneut vor dem Untergang bewaren...

Die Maschinen-Kämpfe leuchten auch dieses Mal wieder heraus! Hier ist nicht nur Schnelligkeit und Geschick gefragt, sondern auch etwas Köpfchen. Es reicht nicht aus, wie bei andern Spielen, einfach nur drauf loszustürmen und sich seinen Weg mit Aloys Speer, Pfeil & Bogen und den verschiedenen neuen Nahkampftechniken freizuschaufeln. Keineswegs! Vielmehr muss man sich mit den Maschinen beschäftigen, ihre Schwachstellen kennenlernen und gekonnt ausnutzen. Dafür steht wieder Aloys Fokus im Vordergrund, den man am besten so häufig wie möglich einsetzt. Er zeigt einem auch versteckte Truhen, die jede Menge wertvolle Vorräte beinhalten können, oder Heilpflanzen, die Aloy in sicher vielen Kampfmomenten wahrhaftig das Leben retten werden oder natürlich auch Holz, mit dem sich unsere Heldin selbst binnen weniger Sekunden neue Pfeile basteln kann.


Der Fokus kann extrem viel und die Fähigkeiten wurden in diesem Teil noch einmal verbessert und erweitert. Vor allen bei den ersten Maschinen, die einem im Spieldurchlauf begegnen, kann man sein Glück auch noch mit der „Kopf-Durch-die-Wand-Methode“ versuchen und Erfolg haben. Jedoch wird man schnell erkennen, dass das Spiel nicht dafür gedacht ist, sondern es ist der Sinn dahinter, eine jede Maschine auf verschiedene Art und Weise zu besiegen. Dafür muss man die Maschine scannen, so erkennt man welche Waffen am effektivsten sind und natürlich werden an der Maschine auch wieder die Bauteile bzw. Schwachstellen farbig hervorgehoben, die herunter geschossen werden müssen, um der Maschine erheblichen Schaden zuzuführen. Hier ist vor allem bei den stärkeren Maschinen-Gegnern wie zum Beispiel der schlangenartigen Kreatur, die einem schon im Intro auf den Leib rückt, besonders wichtig sich auch an diese Vorschläge zu halten. Aloy findest zum Beispiel heraus, dass die Maschine empfindlich auf Frost-Schaden ist. Somit setzt man anfänglich mal die Frost-Schleuder ein, die dem Monstrum für einige Sekunden Frost-Schaden zufügt. Man wechselt schnell auf den Bogen und nutzt diesen verwundbaren Moment, um dem Biest deutlich schneller den Gar aus zu machen. Zwischendurch kann sich Aloy wieder schnell heilen oder neue Pfeile oder Wurfgeschosse herstellen, wenn der Vorrat ausgeht. Außerdem findet unsere ausgestoßene Kriegerin auch häufig in Kampfsituationen die benötigten Heilpflanzen und Äste, um die Chancen einen Sieges zu verbessern. Manche Kämpfe sind wahre Herausforderungen, denen man auch nicht aus dem Weg gehen kann, denn in vielen Situationen kann sich Aloy auch gekonnt an den Gegnern vorbei schleichen, wenn ihr lieber den ruhigen und kampflosen Moment bevorzugt.

Abseits der Kämpfe sind auch die waghalsigen und herausfordernden Kletter-Aktionen beeindruckend und man kommt im Laufe des Spiels nicht drum herum auf die höchsten Plattformen zu klettern, sich dabei mit dem Seil festzuhacken, herumzuschwingen, von Plateu zu Plateau zu springen und man hält bei all diesen Kletter-Partien stets den Atem an und ist heilfroh, wenn man das Ziel erreicht hat, welches man ähnlich wie im ersten Teil mit einem noch waghalsigeren Sprung verlässt, bei dem sich Aloy erneut mit ihrer Seil-Schleuder auf einem Vorsprung festhält und in unendlich erscheinende Tiefen hinabseilt. Gleich zu Beginn des Spiels lernen wir den neuen Zugwerfer kennen mit dem auch verschüttete Eingänge freigeräumt werden können. Das Klettern ist bei "Horizon Forbidden West" eine noch größere Herausforderung als im ersten Teil und auch wir sind bei einigen Stellen schier verzweifelt, weil wir doch des Öfteren in die Tiefe geknallt sind und den Spaß von vorne beginnen mussten.

Generell lässt sich festhalten, dass Horizon Forbidden West, genauso auch wie sein Vorgänger, nicht unbedingt für Spieleanfänger geeignet ist. Wobei sich der Schwierigkeitsgrad natürlich wieder wählen lässt. Wir selber haben uns vor den "normalen" Schwierigkeitsgrad entschieden, mit dem "Story"-Modus und der "einfachen" Schwierigkeit gäbe es noch zwei leichtere Versionen, aber wir wollten ja auch etwas Herausforderung und die haben wir im "normalen" Schwierigkeitsgrad auf jeden Fall erhalten.


"Horizon Forbidden West" ist ein actiongeladenes Rollenspiel, das in keiner guten Game-Sammlung fehlen darf! Absolute Kauf-Empfehlung!


Review: Manuela Ausserhofer

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