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Review: METALLSPÜRHUNDE - "Oh, Hamlet" (EP)



Dunkler Electro-Pop par excellence in vier Akten


"Oh, Hamlet" ist ein Minialbum oder besser gesagt ein musikalisches Drama, das sich aus den vier Akten "Der König", "Order", "Kaputt" und "Totentanz" zusammensetzt. Zur Inszenierung tragen neben den vier Metallspürhunden unter anderem Krischan Wesenberg bei, der für die Produktion und Mischung verantwortlich ist. Oder auch Tommy Vetterli, der die Aufnahmen geleitet hat im New Sound Studio. Gemastert wurde das Minialbum von Olaf Wollschläger und für die grandiosen Bilder und Videos zeichnet sich Flavia Schaub verantworlich. Aber kommen wir nun zu den vier neuen Liedern, die "Oh, Hamlet" hervorgebracht hat.


Akt 1 - "Der König". Es geht los mit dem bombastischen "Der König", welches zuerst sanft startet und sich schon nach wenigen Momenten mit immer treibenderen, elektronischen Klängen empor arbeitet. Michael Frasses Gesang ist eingängig und betörend. Der Songtext geht schon beim ersten Mal hören dermaßen ins Gehör, dass man den Song nicht mehr vergessen kann. "Wenn wir alleine bleiben in der Dunkelheit, dann ist der Rest nur Schweigen. Nimm meine Hand!" Der Song ist zugleich eine Hymne, die die musikalische Qualität der Band gleich beim Opener zur Schau stellt. Ein Ohrwurm der Sonderklasse, der verdienterweise auch zur zweiten Single auserkoren wurde. Lass Dir das Video hierzu auf keinen Fall entgehen.


Akt 2 - "Order". Es geht weiter mit der ersten Singleveröffentlichung von "Oh, Hamlet" und einem meiner persönlichen Lieblingsliedern der Band. Der Song startet um einiges schneller und elektronischer als sein Vorgänger und schon nach wenigen Sekunden scheint es einem unmöglich zu sein, sitzen zu bleiben. Ein Tanzflächen-Burner par excellence wird hier präsentiert und man kann sich die tanzende Meute bildhaft vor Augen vorstellen. "Eine Armee aus Dummheit und Wahn. Weh uns, Oh Weh! Das Ende ist nah!" Inhaltlich werden aktuelle Missstände auf den Punkt gebracht und Marions Gesang beim Refrain erzeugt Gänsehaut pur.


Akt 3 - "Kaputt". Der dritte Song ist melodischer und eingängiger. Er startet sanfter und die Synthesizer-Klänge stehen hier im Vordergrund bis sie von Michaels Gesang geführt werden. Inhaltlich ist der Song aber bei weitem nicht so fröhlich wie er auf den ersten Blick oder besser gesagt auf das erste Anhören vielleicht wirken mag. "Vom Gift in unserer Luft überrannt... Und wir trauern um die Toten... Die Welt sie ist leer und all die Teufel sie sind hier." Es geht um den zunehmenden Zustand der Stagnation und Resignation. Um die Verdummung der Menschheit, die die Welt irgendwann in ihren sicheren Kollaps treiben wird.


Akt 4 - "Totentanz". Das letzte Lied des musikalischen Dramas ist erneut wie gemacht für die Tanzfläche. Die vier Metallspürhunde laden damit ein mit ihnen zu tanzen, mit ihnen zu feiern, mit ihnen die Problematik des Alltags einfach einmal zu vergessen.


Als Zugaben gibt es noch drei spannende Remix-Versionen zu diesem rundum gelungenen Mini-Album oben drauf. Den Anfang macht ROTERSAND, der sich "Der König" gekrallt hat und aus dem Lied seine ganz eigene, bestechende Version gezaubert hat. Weiter geht es mit dem famosen "Totentanz", dem sich die Schweizer Formation DUNKELSUCHT annommen hat und den Abschluss bildet der Remix zu "Kaputt" von OTTO DIX.


"Oh, Hamlet" ist ein perfekt gelungenes Minialbum. Musikalisch abwechslungsreich, inhaltlich mehr als nur durchdacht und grandios inszeniert. Dunkler Electro-Pop par excellence! Super!


Review: Manuela Ausserhofer




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