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Review: "Schwarze Insel" (Film)




Seit geraumer Zeit findet man auf Netflix mit "Schwarze Insel" einen neuen Film, der in Deutschland produziert wurde unter der Regie von Miguel Alexandre. Wer hier einen Teen-Horror-Film erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Geboten wird vielmehr ein atmosphärischer Thriller, der vor allem durch die tollen Kamera-Aufnahmen besticht.


Zum Inhalt: Im Fokus des Geschehens steht der Schüler Jonas (Philip Froissant), dessen Eltern bei einem tragischen Unfall ums Leben kommen. Jonas lebt auf einer idyllischen Nordseeinsel und nach diesem dramatischen Ereignis scheint es anfangs darauf hinauszulaufen, dass er zu seiner Verwandtschaft nach Bayern ziehen muss. Da er somit all seine Freunde, seine liebgewonnene Heimat und auch seine gute Freundin Nina (Mercedes Müller) - mit der sich eine engere Bindung anzubahnen scheint - verlieren würde, war er davon nicht gerade begeistert. Umso gelegener kam ihm die Fügung, dass ihm sein Großvater (Hanns Zischler) anbot doch bei ihm zu leben, womit er weiterhin auf der Insel bleiben konnte.

Doch schon kurze Zeit später beginnen die Dinge sich zu überschlagen. Helena (Alice Dwyer) kommt auf der Insel an, als neue Deutsch-Lehrerin, die schon am ersten Tag einen sehr engen Kontakt zu ihren Schülern aufzubauen versucht. So lädt sie gleich eine Truppe der Jungs zu sich nach Hause ein, um ihr doch beim Aufbau der Möbel zu helfen. Jonas liebt es zu schreiben und ist sehr talentiert, wobei sein Talent vor allem auch von seinem Großvater nicht anerkannt wird. Helena hingegen unterstützt ihn vom ersten Moment an und genau diese Zuneigung scheint Jonas gesucht zu haben. Zwischen Jonas und Helena knistert es schon am ersten Tag und die Spannung zwischen den beiden wird immer intensiver. Es entwickelt sich eine prickelnde Liebschaft. Jonas scheint zwischen Helena und XY hin und her gerissen, wobei ihm auf der einen Seite bewusst ist, dass das was hier geschieht eigentlich nicht geschehen dürfte, aber zu stark ist die Anziehung zu seiner Deutschlehrerin. Die Dinge beginnen zu eskalieren, als plötzlich Nina vermisst wird und man kurze Zeit später ihre Leiche im Watt findet. Schon bald muss Jonas erkennen, dass Helena nicht zufällig auf die Insel gekommen ist und taucht eine in eine düstere Welt voller Geheimnisse aus der Vergangenheit...

Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, um dem Filmgenuss keinen Abbruch zu tun.


Mein Fazit: "Schwarze Insel" ist ein bildgewaltiger Thriller, der durch seine Vielschichtigkeit besticht, dabei aber in keinem Moment wirklich brutal oder blutig wird. Dennoch schafft es der Film durch seine szenischen Inszenierungen eine gehörige Portion Spannung aufzubauen. Das Rad wird hierbei nicht neu erfunden, aber sehenswert ist der Film allein schon wegen den traumhaften Naturaufnahmen des Meeres, der Insel und des bedrückenden Watts. Auch der Soundtrack ist gelungen und unterstreicht die jugendliche Verspieltheit des Werks. Leider sind auch einige unlogische Momente dabei, die man vorher besser hätte überdenken können, aber allein schon wegen den Aufnahmen ist es der Film wert, dass man ihm eine Chance gibt.


Text: Manuela Ausserhofer


Foto: (c) Netflix


Hier kannst Du Dir den Trailer ansehen:






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