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Review: "The Guilty" (Film)




Dass Jake Gyllenhaal mittlerweile ganz oben in der Hollywood-Schauspiel-Liga mithalten kann, hat er längst bewiesen. Seine Filmographie wächst und wächst und darunter lassen sich mit Filmen wie "Donnie Darko", "Nightcrawler", "Prisoners", "End of Watch" oder natürlich "Brokeback Mountain" einige wirkliche Perlen finden, um nur eine Hand voll zu nennen. Umso gespannter waren wir als für Anfang Oktober mit "The Guilty" eine neue Netflix-Produktion angekündigt wurde in der Gyllenhaal die Hauptrolle übernehmen sollte. "The Guilty" ist ein Remake und an dieser Stelle müssesn wir zugeben, dass wir das dänische Original aus dem Jahr 2018 von Gustav Möller vorher nicht gesehen haben.


Worum geht es? Wie schon erwähnt spielt Gyllenhaal die Hauptrolle in diesem Thriller/Krimi/Drama, doch eigentlich ist das mehr als nur untertrieben. Denn mit wenigen Ausnahmen ist er auch die einzige Person, die man während des ganzen Filmes sieht. Er spielt einen Polizisten, der degradiert wurde und nun in der Notruf-Zentrale sitzen muss. Man merkt, dass er mit dieser neuen Situation nicht gerade glücklich ist. Warum er degradiert wurde, erfährt man anfangs nicht. Man merkt, dass er sich gefangen fühlt, dass er lieber direkt helfen würde anstatt nur Anrufe anzunehmen und Befehle an seine einstigen Kollegen weiterzugeben. Doch dann kommmt plötzlich ein Anruf einer Frau, die ihn aus seiner Stagnations-Haltung reißt. Sie agiert als ob sie mit ihrer Tochter telefonieren würde und schon bald erkennt er, dass sie entführt wurde und nicht frei sprechen kann. Mithilfe von gefinkelten Tricks versucht er mehr über ihre Situation zu erfahren, ohne dabei jedoch das Misstrauen des Entführers zu wecken. Schon bald findet er gekonnt heraus, dass es sich bei dem Entführer um den Ex-Mann der Frau handelt und das ihre junge Tochter und der gemeinsame Sohn, der noch ein Baby ist, während der Entführung alleine zu Hause sind. Er telefoniert auch mit der Tochter und versichert ihr, dass er ein paar Polizisten vorbeischicken würde, die nach ihnen sehen. Plötzlich scheinen sich die Geschehnisse zu überschlagen. Was die Ermittler in der Wohnung bei den beiden Kindern entdecken würde, hätte nicht erschütternder und überraschender sein können. Und auf einmal gerät jemand in den Fokus, bei dem man es sich zu Beginn niemals gedacht hätte...


Mein Fazit: Mehr vom Inhalt möchte ich an dieser Stelle wieder einmal nicht verraten, denn vor allem diese überraschenden Enthüllungen machen aus "The Guilty" ein besonders spannendes Erlebnis. Bemerkenswert ist auf jeden Fall die schauspielerische Leistung von Jake Gyllenhaal, der hier eine wahre One-Man-Show zum Besten gibt. Der ganze Film spielt sich lediglich in dem Großraum-Büro ab, in dem er die Notrufe entgegennimmt und außer ein paar seiner Kollegen sieht man keine einzig anderen Akteure. Das Großraumbüro ist auch die einzige Location an der gefilmt wurde. Das ist auf der einen Seite bemerkenswert, aber manchmal würde man schon einfach gerne mehr sehen. Vor allem auch als die Ermittler die Wohnung mit den beiden Kindern betreten und schockierenden Tatsachen in die Augen blicken müssen. Oder in einigen Momenten würde man sich auch einen Blick in den weißen Van erhoffen, in dem die Frau gefangen genommen wurde. Doch solche Einblicke bleiben aus und man lauscht nur den Telefonaten des Polizisten Joe, der sein volles Herzblut gibt, um diesen Fall zu lösen.

Ein spannend inszenierter Kriminal-Thriller, dem in manchen Momenten etwas szenische Abwechslung gut getan hätte, aber der vor allem durch Gyllenhaals Elan und schauspielerischer Leistung dennoch überzeugen kann.


Review: Manuela Ausserhofer


Foto: (c) Netflix



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